MAN-History-OBH

Töpfe, Pfannen und Öfen: Das waren die Hauptprodukte von St. Antony in der Anfangszeit vor 250 Jahren. Produkte des Alltags sind seither treue Wegbegleiter von MAN und ihren Vorgängerunternehmen.

Die Geburtsstunde der Eisenindustrie 

„Das Gelände ist eine dürre Heide, ein moorgrundiger, sandiger, schlechter kalter Boden, mit keinem Holz außer Wacholdersträuchen bewachsen.“ Das Gutachten aus dem Jahr 1754 für den Ort, auf dem eine Eisenhütte entstehen sollte, klang ganz und gar nicht vielversprechend. Domherr Franz Ferdinand von Wenge störte das nicht. Vier Jahre später feuerte er bei Osterfeld den Hochofen von St. Antony an – die Geburtsstunde der Eisenindustrie im Ruhrgebiet.

Geräte für Haushalt und Handel

Zunächst wurden Alltagsprodukte für das junge Unternehmen zu einem wichtigen Standbein. Ein Verkaufsschlager von St. Antony und der späteren „Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen“ (JHH) waren etwa Eisen-Ballas, Gewichte für Waagen im Handel. Davon konnte es gar nicht genug geben, schließlich existierten im 18. Jahrhundert in deutschen Landen noch keine einheitlichen Maße. Dies änderte sich erst im Jahr 1834 mit der Gründung des Zollvereins.

Potterieware

Sogenannte Potterieware machte den Menschen das Leben im Zeitalter der Frühindustrialisierung leichter. Dazu gehörten Töpfe, Pfannen, Kessel, Bügeleisen, Mörser, Waffeleisen, Platten, Gitter und ähnliche Gusswaren – alle hergestellt in der Hüttengewerkschaft. Unverwüstlich waren die gusseisernen Töpfe. Lange Jahre beschrieben Musterbücher – eine Art früher Werbeprospekt – die eisernen Produkte.

Gusseiserne Küchenöfen als Verkaufsschlager

Gefragt bei Privatkunden war Gusseisen auch in Form von Küchenöfen, damals ehrfurchtsvoll „Kochmaschinen“ genannt. Um diese Schwergewichte an die Hausfrau zu bringen, fügte die Hüttengewerkschaft am 8. August 1821 einem Angebotsschreiben ein kunstvolles Papiermodell bei – eine frühe Form der Verkaufsunterstützung. Das Unternehmen bot Standardöfen an, die Kunden aus dem Katalog bestellen konnten. Darüber hinaus warb es damit, individuelle Kundenwünsche bei der Herdfertigung zu berücksichtigen. Schnell sprach sich die Produktqualität auch jenseits der Landesgrenzen herum. So wurden die Niederlande und Russland frühe Exportmärkte der JHH, die 1873 in Gutehoffnungshütte (GHH) umbenannt wurde.