1834-Hütte-GuteHoffnung

1834 Hütte Gute Hoffnung

1835 Hütte Neu-Essen

1835 Hütte Neu-Essen

1835 Hütte St. Antony

1835 Hütte St. Antony

1837 Schiff Leopold

1837 Schiff Leopold

1855 Nürnberg CramerKlett'sche

1855 Klett & Comp. Nürnberg

1890 Maschinenfabrik Augsburg

1890 Maschinenfabrik Augsburg

Maschinenfabrik-Augsburg

Maschinenfabrik Augsburg

1900 Gustavsburg-Verwaltungsgebäude

1900 Verwaltungsgebäude Werk Gustavsburg

1920 M.A.N Nürnberg

1920 M.A.N Nürnberg

1936 Werkschule von Gustavsburg, Heinrich-Gerber-Haus

1936 Werkschule von Gustavsburg, Heinrich-Gerber-Haus

Die Wurzeln der MAN Gruppe

Die Ursprünge der MAN Gruppe gehen auf zwei Unternehmen zurück:

  • 1758 Gründung der Eisenhütte St. Antony in Oberhausen
  • 1840 Gründung der Sander’schen Maschinen-Fabrik in Augsburg

Aus St. Antony entwickelte sich 1873 nach vielen Zusammenschlüssen mit anderen Stahl- und Maschinenbauunternehmen die GHH Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Im Süden entstand aus dem Sander’schen Unternehmen nach mehreren Fusionen die M.A.N. Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg.

Wie alles begann

  • Der westdeutsche Ursprung der MAN AG
  • Der süddeutsche Ursprung der MAN AG

Wo sich heute das Stadtgebiet von Oberhausen ausdehnt, konkurrierten in den Neunzigerjahren des 18. Jahrhunderts die ersten drei Eisenhütten des Ruhrgebiets: „St. Antony“ (1758) von Osterfeld im kurkölnischen Vest Recklinghausen, „Gute Hoffnung“ (1782) von Sterkrade im preußischen Herzogtum Kleve und „Neu Essen“ (1791) von Oberhausen-Lirich im Stift Essen. Das Gebiet war damals der Schnittpunkt von drei Staatsgebieten.

Die St. Antony-Hütte

Um den ersten Holzkohlehochofen und die Gießerei in der St. Antony-Hütte am 18. Oktober 1758 in Betrieb nehmen zu können, musste der Münsteraner Domherr Franz Ferdinand von Wenge seinen Landesherrn, den Kölner Erzbischof, sowie dessen Beamten mit Geld sowie sechs kapitalen westfälischen Schinken überzeugen. Sie ahnten nicht, dass sie damit den Grundstein für die Montanindustrie im Ruhrgebiet legten und industrielle Weltgeschichte schrieben.

 Jacobi, Haniel & Huyssen

Es sind kluge Köpfe und weitsichtige Strategen, die Mitte des 18. Jahrhunderts mit der Entwicklung der Eisenverhüttung Geschichte schreiben. „Jacobi, F. Haniel, G. Haniel, Huyssen“ (JHH) wird der erste Hüttenkonzern des Ruhrgebiets und die Wiege der MAN AG.

Aus der Hütte St. Antony wurde 1808 mit dem Zusammenschluss der drei Ruhrgebietshütten die „Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen“ mit Sitz in Oberhausen-Sterkrade.

Die Auswirkungen der Industrialisierung 

Die beginnende Industrialisierung brachte nicht nur enorme technische Neuerungen, sondern auch neue Unternehmensformen und Berufe. Inzwischen ging es nicht mehr nur um Erzabbau und den Guss einfacher Eisenwaren, die Hüttengewerkschaft war zu einem frühen Maschinenbauer geworden und hatte schon 1819 die erste Dampfmaschine hergestellt. Einer der ersten deutschen „Manager“ war der Hütteninspektor Wilhelm Lueg, der 1823 die Leitung der Hüttengewerkschaft übernahm. Unter Luegs geschickter Leitung wurde die Hüttengewerkschaft zum damals größten Arbeitgeber im Ruhrgebiet: In vierzig Jahren wuchs die Belegschaft von 200 auf über 5000 Mitarbeiter im Jahre 1903.

1845 Reichenbach’sche Maschinenfabrik

Im 19. Jahrhundert entstand der süddeutsche Zweig der MAN durch die Gründung von zwei Firmen in Augsburg und Nürnberg.

Augsburg: Maschinenfabrik Augsburg Aktiengesellschaft

1840 gründete Ludwig Sander in Augsburg eine Maschinenfabrik, in der unter anderem Antriebsanlagen für die beginnende Textilindustrie gebaut werden sollten. 1844 verpachtete Sander seine Firma an Carl August Reichenbach und Carl Buz mit der gleichzeitigen Umbenennung in „C. Reichenbach’sche Maschinenfabrik“. Die beiden Männer schufen die Grundlagen für das 1857 umgewandelte Unternehmen „Maschinenfabrik Augsburg Aktiengesellschaft“. Reichenbach führte den Druckmaschinenbau ein. Er war ein technischer Fachmann auf dem Gebiet Druckmaschinen. Unter Leitung von Carl Buz entstanden Dampfkessel, Dampfmaschinen, Transmissionsanlagen, Wasserturbinen und Pumpen.

Nürnberg:  Eisengießerei und Maschinenfabrik Klett & Comp

Der Bau der Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth hatte zu vielen technischen Anregungen geführt und zugleich englische Techniker in den Raum gebracht. 1841 eröffnete der Nürnberger Kaufmann Johann Friedrich Klett die „Eisengießerei und Maschinenfabrik Klett & Comp.“ Teilhaber wurden englische Techniker für die technische Leitung. Die Fabrik stellte unter anderem Eisenguss für die Königlich Bayerische Wagenbauanstalt in Nürnberg her und für Gusswaren aller Art, zum Beispiel Treppen, Balkons, Brunnen sowie einfache technische Bauteile. Später übernahm das Unternehmen den Bau von Eisenbahnwagen und führte damit eine Art der Serienfertigung im Werk Nürnberg ein. Weitere große Höhepunkte waren beispielsweise die „Eiserne Getreidehalle“ und der „Glaspalast“ in München. Die Maschinenfabrik Klett & Comp. wurde 1873 in „Maschinenbau Actiengesellschaft, Nürnberg“ umbenannt und einige Jahre später in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Zusammenschluss im Jahr 1898 

Die beiden bayerischen Unternehmen schlossen sich 1898 zur „Vereinigten Maschinenfabrik Augsburg und Maschinenbaugesellschaft Nürnberg A.-G., Augsburg“ zusammen. 1908 erfolgte dann die Namensumbenennung in „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, Augsburg“ (M.A.N.).